Traumschleife Mittelrhein (10.05.2026)

Gute Nachrichten gleich zu Anfang. Aufgrund der Erfahrung beim Vorwandern entschied der Wanderführer, wir fahren nicht runter nach St. Goar und steigen nicht all die Treppen hoch, sondern wir parken weiter oben und laufen die Traumschleife einfach andersrum. Und so ging es für die Truppe aus Rheinbach zunächst bergab - aber schon bald wurde die Stufenpassage ad acta gelegt und der Weg führte in Serpentinen über einen kleinen Pfad wieder nach oben auf den Wackenberg. Ein kurzer Blick durchs Blätterdickicht ließ dann aber schon erahnen, was bald sichtbar werden würde: der Rhein mit samt Burgen. Nur noch wenige Meter und die Sicht wurde frei. Zu Füßen der Wanderer lag St. Goar und St. Goarshausen - und dazu gesellten sich gleich drei Burgen: Burg Rheinfels, Burg Maus und Burg Katz. Da meckert doch niemand mehr über den Aufstieg! Nur ungern ging es weiter, aber ein Loreley-Blick sollte ja auch noch folgen. Den wollte natürlich auch niemand verpassen und so brach die Gruppe auf. Die folgenden Kilometer führte der Weg über Feldwege immer weiter Richtung Süden. Rechts und links Getreide, der fast verblühte Raps sowie viele verschiedene Blumen. Eine reine Augenweide und sehr abwechselungsreich. Zwischendurch natürlich auch immer wieder Blicke ins Rheintal und dann war es plötzlich soweit, der Loreley-Felsen rutschte das erste Mal ins Blickfeld! Durch ein kleines Waldstück ging es weiter, hoch zur Galgenhoh und wieder etwas  bergab - um kurz danach die anstrengenste Passage nach oben erklimmen zu müssen. Endlich war das Plateau gegenüber des Loreley-Felsens erreicht. Nach einem kleinen Fotostop ging es weiter Richtung Oberwesel. Wiesen, Weinberge und Skulpturen. Es gab viel zu bestaunen. Unaufhaltsam näherten sich nun die Rheinbacher dem Rastplatz - mit Blick auf Oberwesel. Ein schöner Platz. Gestärkt führte der Weg erneut durch Felder bevor der Steinbruch Niederburg passiert wurde. Ein wenig schattiger ging es weiter, was nicht so schlecht war, denn es wurde immer drückender. Da kam die Kneipstation gerade recht. Arme tauchen oder mal kurz die Beine vertreten. Herrlich erfrischend, so konnte es weiter bis zum Spitzen Stein gehen. Ein riesiger Felsen im Wald - nein, das war er noch nicht, aber wenige Meter später tauchte er auf. Doch was war das, wo ist der Aussichtsturm? Ja, da konnte der Wanderführer auch nur berichten, dass der Turm 2025 noch da gestanden hatte, aber auch schon bei der Vorwanderung fehlte. Lediglich ein paar Schrauben waren auf der Bodenplatte noch zu sehen, sonst nichts. Am Wanderparklpatz dann der Hinweis "Aussichtsturm wegen Wartungsarbeiten geschlossen". Geschlossen ist eine nette Formulierung für nicht mehr da! - Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass 2025 beim Sicherheitscheck des Stahlturms Auffälligkeiten entdeckt worden waren und somit der Turm zwecks Wartung im August abmontiert worden war. Wann mit einer Wiederkehr zu rechnen ist, war leider nicht zu finden. Aber Wiederkehren ist ein gutes Stichwort. So langsam neigte sich die Wanderung zu ende, doch ganz ehrlich, sie war so schön, da lohnt sich eine Rückkehr auf jeden Fall, ob mit oder ohne Turm!

Wanderführer: Andreas Czerwinski, Wanderkilometer: 16, Höhenmeter: 450, Schwierigkeitsgrad: mittelschwer, Text und Fotos: Claudia Kleinfeld

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